Infos Ring-/Tracktool

Definition Ring-/Tracktool:
Als Ringtool (Ring, deutsch oder englisch, im Sinne von Rundkurs; Tool, englisch: Werkzeug) werden PKW bezeichnet, die ihren Besitzern hauptsächlich zum Befahren von Motorsport-Rennstrecken der Unterhaltung und des Spaßes halber dienen, was einschlägig als „Touristenfahrten“ bezeichnet wird. […]

Das Ausmaß der Modifizierungen am Fahrzeug, die sich mit der Zulassung für den öffentlichen Verkehr vereinen lassen müssen, variiert von Fall zu Fall mitunter erheblich, nicht zuletzt abhängig von Budget und Ambition des Fahrzeughalters. Oft werden die Fahrzeuge auch schon im Hinblick auf eine mögliche Teilnahme an breitensportlichen Veranstaltungen wie Gleichmäßigkeitsprüfungen oder der Rundstrecken-Challenge Nürburgring vorbereitet, wobei die Vorgaben des jeweiligen Reglements beachtet werden müssen. […]

Die häufigsten Modifikationen betreffen dabei das Fahrwerk, die Reifen und die Bremsen. Die Insassensicherheit wird durch Montage von Motorsport-Schalensitzen mit Hosenträgergurten sowie den Einbau eines Überrollkäfigs erhöht. Die Gewichtsreduzierung durch Entfernen aller nicht für das Fahren benötigten Teile (Innenverkleidungen, Rücksitzbank, etc.) sorgt für eine Verbesserung des Leistungsgewichts. Auch wird häufig die Abgasanlage gewechselt, wobei Lärmschutzvorschriften der Rennstrecken beachtet werden müssen und die Leistung des Motors gesteigert wird.

Als Hobby kann ein Ringtool kostspielig sein. Zu den Kosten für den Aufbau müssen die starke Belastung des Fahrzeuges sowie die in der Regel gegenüber Serienfahrzeugen teureren Verschleißteile einkalkuliert werden. Darüberhinaus fallen Gebühren für die Rennstrecke und gegebenenfalls der Veranstaltung an, und auch Kraftstoffkosten, Hin- und Rückfahrt oder Unterbringung des Fahrzeugs in Rennstreckennähe müssen finanziert werden.

(http://de.pluspedia.org/)

 

Diese Definition sagt eigentlich schon alles, ein Ring-/Tracktool ist ein herkömmliches zugelassenes Auto, welches für die Rennstrecke fit gemacht werden soll, aber trotzdem noch eine Strassenzulassung behalten soll. Je nach Amibition, Budget, Lust und Zeit ist ein Ring-/Tracktool also irgendetwas zwischen einem Serienauto und einem reinrassigem Rennauto.

 

Im Folgenden sind die größten Unterschiede eines Ring-/Tracktool zu einem Serienwagen dargestellt:

Zweck/Baugruppe Serienwagen Ring-/Tracktool
Einsatzgebiet Normaler Strassenverkehr Rennstrecke
Optimierung Komfort und Vielseitigkeit Fahreigenschaften/-Leistung, Komfort ist unwichtig
Fahrwerk Komfortabel um möglichst wenig Unebenheiten an den Fahrer weiterzugeben. Möglichst hart, straff und direkt (kommt natürlich auf die Rennstrecke an ), um sämtliche Informationen direkt an den Fahrer weitergeben zu können.
Reifen & Felgen Allround-Reifen, die gut mit Nässe und trockener Fahrbahn zurecht kommen. Die Felgen haben hauptsächlich einen optischen Aspekt. Rennreifen oder Semislicks, die für eine trockene Fahrbahn optimiert sind (oder eben Regenreifen). Felgen sollten möglichst leicht sein, da sie eine ungefederte Masse am Wagen ist (Optik ist zweitrangig).
Bremsanlage Bremsanlage muss sofort zu 100% betriebsbereit sein. Die Bremsen im normalen Straßenverkehr müssen sehr oft „wenig“ und „leicht“ bremsen. Vollbremsungen sind selten; die Bremse kann sich nach einer Vollbremsung lange erholen. Bremsanlage muss nicht direkt zu 100% betriebsbereit sein und kann erst eingefahren werden. Auf der Rennstrecke bremst man im Prinzip eine Vollbremsung nach der anderen (am besten immer kurz vor dem ABS, wenn man eines hat). Die Bremse hat also weniger Zeit sich zu erholen und muss auch bei hohen Temperaturen noch funktionieren (Stichwort Fading). Deshalb sind die Bremsanalagen für Motorsportzwecke auch so beschaffen, dass sie erstmal warm gefahren werden müssen und eine gewisse Betriebstemperatur benötigen.
Ein andauerndes „leichtes“ bremsen schadet einer motorsportlichen Bremsanlage eher.
Gewicht Zweitrangig. Das Gewicht muss meistens dem Komfort weichen. Damit bleibt etwas die Fahrdynamik und die Durchzugskraft auf der Strecke. Gewichtsreduktion! Ein niedriges Leistungsgewicht (Gewicht/Leistung) ist das A und O im Motorsport. Dies bedeutet, dass der ganze Komfort/Luxus aus dem Auto muss (z.B. Rücksitzbank, gemütliche Sitze weichen leichten Sportsitzen, alle möglichen Innenverkleidungen, Lärmdämmung, Klimaanlage, etc.)
Sicherheit Hohe aktive (z.B. Fahrassistenten, wie Abstand, Spurhalte, ABS, ESP, Traktionskontrolle, etc.) und passive Sicherheit (z.B. Airbags). Eher niedrige aktive Sicherheit (Fahrassistenten behindern eher) und extrem hohe passive Sicherheit (z.B. Sicherheitszelle, Hosenträgergurte, Schalensitze, Feuerlöschanlage, etc.), aber keine Airbags! Weiterhin dienen die Elemente der passiven Sicherheit dafür, bei leichteren Einschlägen weiterfahren zu können. Wenn bei einem Serienwagen erstmal die Airbags ausgelöst haben, ist an Weiterfahren nicht mehr zu denken.