Kleiner Service

Nachdem mein BMW nun schon einige (nicht immer dokumentierte) Runden auf der Rennstrecke gesehen hatte, wurde es so langsam Zeit einen kleinen Service durchzuführen.

Folgende Komponenten waren ja bereits neu und bedurften dadurch nur einer kurzen Sichtprüfung, ob noch alles i.O. ist:

Folgende Komponenten wollte ich dann im September 2016 auswechseln:

  • Zündkerzen
  • Innenraumfilter
  • Motoröl
  • Wischerblätter

 

Zündkerzen:
Beim Kauf von Zündkerzen kann man eigentlich nicht viel falsch machen. Es sollte darauf geachtet werden, dass die Zündkerzen auch zum Auto passen und von einem namhaften Hersteller sind, dann kann es auch schon losgehen.

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Ich hatte mich für Zündkerzen von NGK entschieden.

 

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Zündkerzen gehören in den Motor, also erst mal die Motorhaube öffnen 😉 Und bitte auch gleich am Anfang die Batterie abklemmen, da wir nun wieder in die Elektronik eingreifen.

 

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Dann als erstes den Filterkasten für den Innenraumfilter (ganz oben vor der Frontscheibe; hier schon abgebaut) abschrauben. Hierzu einfach ein paar Clips lösen, die Abdeckung und den Filter entfernen und dann noch (ich glaube) 6 Torx -Schrauben lösen. Dann einfach noch die Kabel unter dem Kasten lösen und schon ist der Filterkasten demontiert.

 

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Als nächstes kann dann auch schon die Abdeckung des Motors entfernt werden. Diese ist mit 4 einfachen Schrauben befestigt (unter den kleinen 4 runden Abdeckungen). Den Öldeckel noch entfernen und dann einfach die Abdeckung abnehmen. Ich empfehle dringend danach den Öldeckel wieder dran zu schrauben, damit euch später kleinere Schrauben nicht dort rein fallen!
Der BMW hat einen Reihensechszylinder. Die Zylinder kann man schon links am Motor, unter der Domstrebe erahnen. Jeder Zylinder braucht natürlich genau eine Zündkerze.

 

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Hier sieht man nochmal sehr schön die sechs Zylinder bzw. die alten Zündkerzen. Auf dem Bild wurden die Zündspulen schon entfernt. Sie sind jeweils mit zwei kleinen Schrauben befestigt.

 

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Dies ist eine solche Zündspule. Sobald die beiden Schrauben abgeschraubt sind, einfach den Metallhebel nach oben schieben, den Stecker lösen und die Zündspule rausziehen. Die Zündspulen erzeugen einen Hochspannungsimpuls und zünden damit die darunter liegenden Zündkerzen.

 

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Die Zündkerzen nun mit einer Ratsche, einer Verlängerung und einem 16er Zündkerzenstecker rausschrauben. Auf dem Bild seht ihr links die alte (schon etwas angemackte) Zündkerze und rechts die neue Zündkerze. Die neue Zündkerze dann einfach wieder reinschrauben und das Ganze für alle sechs Zylinder wiederholen.

 

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Sobald die Zündkerzen wieder drin sind, können auch wieder die Zündspulen aufgesetzt werden. Hier bitte darauf achten, dass jeweils bei der ersten und letzten Zündspule noch ein kleines Kabel mit verschraubt werden muss. Das seht ihr direkt am Anfang, wenn ihr die erste Zündspule abschraubt.
Danach dann einfach wieder die Abdeckung des Motors aufschrauben.

 

Innenraumfilter:

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Beim Zündkerzenwechsel bietet es sich natürlich an gleich den Innenraumfilter mitzumachen. Oben seht ihr den wieder angeschraubten Filterkasten. Diesen kann man natürlich zuerst ein wenig säubern.

 

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Das hier ist der neue Innenraumfilter mit Aktivkohle.

 

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Oben der neue Filter, unten der alte. Ich gebe zu, dass der alte Filter noch relativ gut war, aber wir reden hier von ein paar Euro für einen neuen Filter und die wollte ich einfach ausgeben 😉
Dann einfach den neuen Filter einsetzen, die Abdeckung wieder montieren und fertig.

 

Motoröl:
Die Frage nach dem richtigen Motoröl, ist meiner Ansicht nach eine reine Glaubensfrage. Wichtig ist, dass das Öl auf den Motor zugelassen ist. Bei BMW gibt es diverse Freigaben, z.B. BMW Longlife 01 oder 04. Innerhalb dieser Freigaben kann man sich eigentlich frei bewegen. Wenn man das Auto dann auf der Rennstrecke bewegt sollte man noch auf ein paar andere Dinge, z.B. die Viskosität achten. Ein Beispiel: 0W-40

  • 0W gibt dabei die Viskositätsklasse für den Winter an, wobei 0 sehr dünnflüssig und 25W sehr dickflüssig ist.
  • Je niedriger der Wert vor dem „W“, zu desto niedrigeren Temperaturen ist das Öl gut flüssig und schmierig, Bsp. 0W ist noch bis zu -40°C gut pumpbar.
  • 40 gibt dabei die Viskositätsklasse für den Sommer an, wobei 16 sehr dünnflüssig und 60 sehr dickflüssig ist.
  • Hier ist der Unterschied das Fließverhalten bei hohen Temperaturen. Je höher der Wert, desto besser ist die Tragfähigkeit des Schmierfilms bei hohen Temperaturen und desto geringer das Öl, welches „verbrannt“ wird.

Eine 10W-60 Viskosität findet man oft in Sportwagen und/oder sehr hoch drehenden Motoren, z.B., Honda S2000 oder BMW M3. Ich habe mir extra kein 10W-60 gekauft, da das Öl für meinen 328i nicht zugelassen ist. Bei der Drehzahl fängt der rote Bereich ja auch schon bei 6.000 Umdrehungen an. Und da ich den Motor zwar hoch drehe, aber selten in den Drehzahlbegrenzer jage, macht dies einfach keinen Sinn. Vielleicht könnte das ÖL sogar auf Dauer dem Motor schaden. Wie auch immer… Ich habe mich dann für ein freigegebenes Öl mit möglichst hoher Viskositätsklasse (5W-40) entschieden.

 

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In den 328i passen ca. 6,5 Liter, also habe ich mir insgesamt 7 Liter gekauft. Dann kann ich später immer noch etwas nachkippen 😉

 

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Ein Ölwechsel muss eigentlich auf geradem Boden stattfinden. Da der BMW allerdings tiefergelegt ist, komme ich so nur schlecht an die Ölwanne ran. Zudem lege ich mich nicht unters Auto, wenn nur der Wagenheber die Karre hält. Also ich habe ihn erst mal aufgebockt. Damit das Öl besser abfließen kann, habe ich noch die komplette Plastikunterbodenabdeckung abgenommen. Ich musste gleichzeitig noch eine Reparatur des Ölniveausensors durchführen (guckst du hier), weshalb die Demontage der Abdeckung Sinn gemacht hat. Nun kommt man relativ einfach an die Ölwanne und die Ölablassschraube.
Dann bitte unter dem Auto gut mit Plastik und Zeitung auslegen, falls mal etwas daneben geht. Unter die Ablassschraube stellt man dann ein Gefäß, welches auch die enthaltenen 6,5 Liter fassen kann. Wichtig ist auch noch, dass der Motor ein wenig warm ist, damit das Öl gut abfließen kann. Bitte nicht den Motor heiß fahren, dann ist auch das Öl heiß und es besteht Verletzungsgefahr. Bei zu kaltem Öl, fließt es nur sehr zäh ab… Da braucht man etwas Fingerspitzengefühl.
Bevor man die Ablassschraube öffnet, sollte man im Motorraum auf jeden Fall den Öldeckel öffnen und den Ölmessstab rausziehen. Den Ölfilterdeckel bitte noch nicht aufschrauben.
Wenn das alles beachtet wurde, kann man die Ablassschraube aufdrehen und das Öl kann abließen.

 

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Das Ganze kann dann durchaus eine halbe Stunde dauern. In der Zwischenzeit kann man dann auch mit einer 36er Nuss den Ölfilterdeckel abschrauben, den Ölfilter aber noch nicht abnehmen. Hier kann das Öl vom Ölfilter auch erst noch ablaufen. Ich hatte zwischendrin den Wagen auch wieder abgesenkt, damit der Wagen gerade auf dem Boden steht. Manchmal hilft es jedoch auch, den Wagenheber etwas anzusetzen, damit auch noch der letzte Rest rausläuft.
Ist alles Öl draußen, kann auch der alte Ölfilter entfernt werden.

 

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Links der neue Ölfilter und rechts die neue Ablassschraube. Die Ablassschraube muss nicht unbedingt neu gekauft werden, aber auf jeden Fall die Dichtungen, sowohl für die Ablassschraube, als auch für den Ölfilter!

 

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Dann kann auch schon wieder die neue Ablassschraube eingeschraubt werden. Bitte aufpassen und die Schraube nicht zu fest drehen. Ihr schraubt hier in ein Alugewinde, welches leicht kaputt gehen kann und dann müsste im schlimmsten Fall die ganze Ölwanne ausgetauscht werden.

 

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Danach dann auch wieder den neuen Ölfilter einschrauben.

 

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Und dann das neue Öl nachkippen. Jetzt aber nicht direkt 6,5 Liter reinkippen, sondern erst mal nur 6 Liter. Danach den Öldeckel schließen und den Motor 3-4 Minuten laufen lassen, abstellen und nochmal 3-4 Minuten warten. Jetzt kann der Ölstand gemessen werden und bei Bedarf nachgekippt werden. Es darf nie zu wenig, aber auch nicht zu viel (!) Öl eingefüllt werden. Bei mir gingen im Endeffekt 6,4 Liter rein, bis der Ölstand perfekt war.

 

Altölentsorgung:

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Ein ganz wichtiges Thema! Das Altöl und auch der alte Ölfilter darf natürlich nicht irgendwo hingekippt werden! Altöl kann man da abgeben, wo man das neue Öl zuvor gekauft hat. Hat man das Öl im Internet gekauft, muss man schauen, ob der Shop eine Kooperation mit diversen Werkstätten hat, bei Amazon ist dies z.B. der Fall. Ansonsten bleibt noch ein sogenanntes „Schadstoffmobil“, welches in fast jeder halbgroßen Stadt zu gewissen Zeiten anzufinden ist. Bitte haltet euch daran!!!!

 

Scheibenwischerblätter:

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Das ist jetzt wirklich ganz einfach 😉 Oben seht ihr neue Scheibenwischerblätter. Ich muss sagen, dass die Dinger im einschlägigen Fachgeschäft für BMW verdammt teuer sind. Deshalb habe ich sie mir (wie auch immer fast alles andere) aus dem Netz bestellt. Hier bekommt man die Dinger ca. um die Hälfte günstiger. Und Marke ist es auch noch.

 

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Einfach den Klipp vom Scheibenwischerblatt direkt am Scheibenwischer lösen und dann das Ding rausfummeln. Man muss eigentlich nur darauf achten, dass einem nun der Scheibenwischerarm nicht zurück auf die Frontscheibe knallt, da dann das blanke Metall auf die Scheibe zischen würde und das bestimmt nicht gut für die Scheibe ausgehen würde…

 

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Oben das alte Wischerblatt und unten das neue Blatt. Das neue Wischerblatt dann einfach wieder in die Halterung einfummeln und festklicken. Das war’s 😉

 

Fazit:

Nun ist mein Autochen wieder frisch und es kann wieder auf die Rennstrecke gehen. Natürlich könnte man noch ein paar mehr Sachen machen, z.B. Getriebeöl. Das Getriebeöl braucht man jedoch erst nach ca. 150.000 km zu wechseln und soweit bin ich noch lange nicht 😉 Dieser kleine Service hat dann erst mal für meinen BMW ausgereicht.