Verstärkung der Hinterachse & Wechsel der Lager

Nachdem ich nun schon so einiges am BMW gemacht hatte, wollte ich mich im Frühling der schwersten Baustelle widmen: der Hinterachse.

Ein sehr bekanntes Problem beim E36 und den frühen Modellen des E46 sind die Hinterachsaufnahmen. Die Hinterachse ist durch die Tonnenlager an vier Stellen gelagert und an der Karosserie verschraubt. Wahrscheinlich ist es eine Kombination aus zu weichen Lagern und einem zu dünnen Blech, an welchem die Hinterachsaufnahmen sitzen, jedenfalls kann hier das Blech der Karosserie ausreißen.

Besonders bei härtere Gangart und bei sportlichen Fahrwerken soll wohl die Hinterachse schneller ausreißen. Bei meinem BMW waren noch absolut keine Risse zu erkennen; ist eben ein Rentnerauto… Aber da ich eben dieses sportliche Fahrwerk verbaut hatte und eigentlich nur eine härtere Gangart auf der Rennstrecke wählen wollte, war die Gefahr schon sehr hoch.

Dies würde einem Totalschaden gleichkommen, da eine Reparatur bei BMW um die 5.000 Euro kosten würde. BMW wechselt die komplette Blechpartie aus. Ich habe in diversen Foren gelesen, dass BMW bei Wagen bis zu einem Alter von 10 Jahren die Reparatur übernimmt, welches aber im Jahre 2016 für keinen E36 oder E46 mehr zutreffen sollte 😉
Außerdem würde ein neues Blech ja nicht die eigentlich Ursache lösen, nämlich, dass das Blech zu dünn ist…

Demnach musste eine andere Lösung her. Die Firma MK Rennsporttechnik bietet Reparaturbleche für die Hinterachse an. Diese Bleche werden an die Karosserie bei den Hinterachsaufnahmen geschweißt und verstärken diese. Die Bleche gibt es in einer normalen Ausführung (für leichte Risse) und in einer starken (sog. HD) Ausführung (für starke Risse und häufigerem Rennstreckenbesuch). Beide Bleche können natürlich auch prophylaktisch angebracht werden, damit die Hinterachse erst gar nicht ausreißt.

Um die Bleche anschweißen zu können, muss die komplette Hinterachse abgesenkt werden (hierzu muss das Differential, der Auspuff und der Tank demontiert werden). Dann bietet es sich natürlich auch gleich an die Lager der Hinterachse (und eventuell des Differentials) zu erneuern, wenn man das ganze Gerümpel schon mal unten hat 😉

Wegen der angesprochenen Komplexität konnte ich dies nicht selbst erledigen. Zuerst fehlt mir das nötige Know How hierfür, dann habe ich nicht das richtige Werkzeug und zuletzt kann ich auch nicht wirklich gut schweißen… 😉 Demnach musste ich mir eine Firma suchen, die dies für mich zu einem erträglichen Betrag erledigt. Außerdem wird ja hier an tragenden Teilen geschweißt, bei denen der TÜV auch ein Wörtchen mitreden könnte. Man muss die Bleche zwar nicht eintragen lassen, sollte aber eine gute Erklärung parat haben, wenn der Prüfer bei der nächsten Hauptuntersuchung danach fragt. Und dann habe ich lieber die Rechnung einer darauf spezialisierten Fachwerkstatt in der Hosentasche, als komplett hilflos dazustehen.

Auf der Seite von MK Rennsporttechnik, wo man die Bleche bestellen kann, finden sich auch spezialisierte Montagepartner. Also habe ich mir 3-4 Angebote aus der näheren Umgebung geben lassen und mir das auf mich beste wirkende Unternehmen rausgesucht.

Mitte Juni 2016 hatte ich dann den Termin. Der Umbau sollte einen ganzen Tag in Anspruch nehmen.

Folgende Teile hatte ich mir bestellen lassen:

  • natürlich die HD-Bleche
  • schwarze Powerflexlager für die Hinterachse
  • schwarze Powerflexlager für das Differential

Leider konnte ich nicht sehr viele Bilder machen, da die Herrschaften ja arbeiten mussten und ich nicht den ganzen Tag am Auto rumstehen konnte. Deshalb gibt es nur eine kleine Auswahl an Bildern.

 

Post_27_02_klein

Hier sieht man meine ausgebaute Hinterachse mit den bereits neuen Lagern. Die alten Lager liegen unten auf der Palette (für die 18 Jahre sehen die noch ziemlich gut aus 😉 ).

 

Post_27_01_klein

Hier werden gerade an meinem BMW die Verstärkungsbleche professionell verschweißt (den Schweißer habe ich natürlich unkenntlich gemacht).

 

Post_27_03_klein

Ein kurzes Foto der angeschweißten Bleche bei einer Schweißpause 😉

 

Fazit:

  • Am Fahrverhalten merkt man kaum etwas. Die Powerflexlager sind zwar härter, dies ist aber nur minimal zu spüren.
  • Trotzdem bin ich sehr froh diesen Schritt gemacht zu haben, da ich mir nun um die Hinterachse keine Sorgen mehr machen muss. Sie ist verstärkt und komplett neu gelagert.
  • Im Endeffekt habe ich für alle Arbeiten und die Materialien (also auch die Differentiallager) nur knapp 1/3 bezahlt als bei einem neuen Blech bei BMW.