TÜV Eintragung der Umbauten im Innenraum & Auspuff

Der Innenraum und die Auspuffanlage waren nun Mitte Juni 2016 fertiggestellt und damit stand wieder die Eintragung der Umbauten beim TÜV an. Folgende Baugruppen musste ich hierbei beachten:

  1. Gruppe A Auspuffanlage
  2. Recaro Pole Position Sitze
  3. Schroth-Gurte
  4. Austragung der hinteren Rücksitzbank
  5. Schiebedachersatz
  6. Überrollbügel

Ad. 1: Für die Gruppe A Auspuffanlage hatte ich eine ABE und musste diese somit nicht beim TÜV eintragen lassen. Die ABE muss natürlich immer mitgeführt werden.

Ad. 2: Für die Recaro-Sitze hatte ich ebenfalls eine ABE.

Ad. 3: Die Schroth-Gurte haben ein „E-Prüfzeichen“ und sind damit prinzipiell eintragungsfrei, wenn die originalen Gurte erhalten bleiben. Werden auch die originalen Gurte demontiert, muss die Sitz-Gurt-Kombination wieder eingetragen werden. Da ich die originalen Gurte vorne vorerst beibehalte, musste ich also prinzipiell die Gurte nicht eintragen lassen. Eine kleine Anmerkung gibt es jedoch hierfür: Da bei den Rallye Cross asm 4-Punkt-Gurten die hinteren Rücksitze nicht mehr mitbenutzt werden können, müssen diese zur Benutzung der Gurte ausgetragen werden.

Ad. 4: Das Austragen der hinteren Rücksitzbank ist kein Problem beim TÜV. Der Wagen wird dann einfach als Zweisitzer umgeschrieben. Ich benötigte diese Umschreibung wegen der eben genannten Rallye Cross asm 4-Punkt-Gurte, dem Überrollbügel und der Tatsache, dass ich sowieso die komplette Rücksitzbank entfernt hatte. Wie gesagt, prinzipiell ist das Austragen kein Problem, der TÜV könnte nur bei folgenden Dingen genauer hinschauen:

  • Die originalen Gurte für die hintere Rücksitzbank sollten entfernt sein.
  • Wenn die originalen Punkte für die Verschraubungen der Gurte nicht mehr verwendet werden (in meinem Fall nicht zu beachten, da ich die originalen Punkte verwendet habe), dann kann der TÜV fordern, dass die originalen Schrauben in die Aufnahmen eingeschraubt werden und mit einem Schweißpunkt fixiert werden. Der Grund hierfür ist mir ehrlich gesagt nicht ersichtlich, da ich ja auch dann wieder einfach zurück bauen kann.. Aber gut 😉
  • Eventuell scharfe Kanten sollten mit Plastikkappen abgedeckt sein.

Die Austragung der hinteren Rücksitzbank und damit das Umschreiben auf einen 2-Sitzer war bei mir kein Problem.

Ad. 5: Für den Schiebedacheinsatz hatte ich ein Materialgutachten vorliegen. Dieses bescheinigt z.B. dass das Material nicht splittert und damit keine Insassen bei einem Crash verletzt werden. Den TÜV-Prüfer hatte hauptsächlich die Verklebung interessiert und damit die Sicherheit, dass das GfK-Teil nicht einfach rausfliegt. Er hatte zwar etwas über die Schönheit meiner Fuge sinniert, aber als ich ihm erklärte, dass dies notwendig sei, damit das Dach nicht rausfliegt, war alles für ihn in Ordnung. Die Eintragung war kein Problem.

Ad. 6: Das eigentliche Problemkind… Für den Überrollbügel hatte ich wieder ein Materialgutachten. Wie schon im Post zum Überrollbügel angedeutet (Link), wollte der TÜV eine extra Abschaumung des Bügels haben. Der Grund hierfür ist, dass laut TÜV bei einem eventuellen Aufprall von hinten der Bügel nach vorne geschoben werden könnte und dann der Kopf hier anstoßen könnte. Deshalb muss der Bügel im Kopfbereich gepolstert werden. Ich stimme dem TÜV hier zu, dass eine Abschaumung der Sicherheit beiträgt, die Wahrscheinlichkeit, dass der Bügel nach vorne gedrückt wird, erachte ich jedoch als sehr gering. Wie auch immer, es hat einen Sinn und dient meiner Sicherheit, weshalb ich dies selbstverständlich umgesetzt habe und die Abschaumung auch so in meine Papiere eingetragen worden sind. Ansonsten hat der Prüfer sich noch für die Schraubverbindungen interessiert, mir aber dann ohne Probleme den Bügel eingetragen.

 

Thema Airbags:
In der vorherigen Posts hatte ich ja schon mehrfach angedeutet, dass das Austragen der Airbags zu Problemen führen kann bzw. wird. Airbags erhöhen die Sicherheit der Insassen bei einem Unfall. Der TÜV ist natürlich für die Sicherheit zuständig und wird einen Teufel tun euch das Auto „unsicherer“ abzusegnen. Selbst wenn ihr einen Prüfer habt, der dies macht, hat der Prüfer spätestens bei einem Unfall ein Problem, wenn herauskommt, dass der ausgetragene Airbag eventuell schlimmeres hätte vermeiden können.
Aus diesem Grund hatte ich mir auch nur einen Bügel und keinen Käfig verbaut, damit ich keine Airbags austragen muss. Die Stahlrohre der Überrollkonstruktion dürfen natürlich nicht dem Airbag im Weg sein, wenn dieser aufgeht. Hierzu muss entweder die Stahlrohrkonstruktion „um den Airbag herum“ gebaut werden (was total schwachsinnig ist), oder eben die Airbags ausgebaut werden (und das muss der TÜV bei einem strassenzugelassenen Auto absegnen).

Der TÜV kann meines Wissens unter folgenden Bedingungen die Airbags austragen (keine Garantie, bitte immer mit eurem Prüfer vorher absprechen!):

  1. Es existiert eine ABE, z.B. des Herstellers des Käfigs, die bescheinigt, dass der Käfig mindestens genauso sicher wie die Airbags ist.
  2. Der auszutragende Airbag ist eine Zusatzausstattung des Autos. Bedeutet, dass es in der selben Baureihe die Grundausstattung ohne diesen Airbag auskommt und der Airbag nur gegen Aufpreis zu bestellen ist.
  3. Man kann selbst nachweisen, dass der Käfig mindestens genauso sicher wie die Airbags ist.

Ad. 1: So was findet man nur in den seltensten Fällen. Einen solchen Nachweis zu erstellen, kostet das Unternehmen immens viel Geld und Arbeit. Bei Überrollkonstruktionen kenne ich kein Beispiel, bei dem es hierfür eine ABE gibt. Bei den Recaro Pole Position Sitzen gibt es so eine ABE für Autos, die serienmäßig mit Seitenairbags in den Sitzen ausgeliefert werden. Da die Sitze und damit auch die Airbags gegen die Pole Positions gewechselt werden, hat Recaro für einen sehr ausgewählten Kreis von Autos hierfür eine ABE erstellt. Die Airbags werden dann tatsächlich stillgelegt. Dies ist aber auch das einzige Beispiel, welches ich kenne.

Ad. 2: Bei modernen Autos ist dies kaum noch machbar, da die meisten modernen Autos schon in der Serienausstattung mit Seiten- und/oder Kopfairbags ausgestattet sind. So leider auch der BMW E46. Beim E36 sieht es anders aus. Hier sind glaube ich nur der Fahrer- und Beifahrerairbag Serienausstattung. Bei einem E36 mit Seitenairbag sollte es also möglich sein diesen auszutragen. Aber da solltet ihr lieber vorher ganz genau mit dem TÜV-Prüfer eures Vertrauens reden.

Ad. 3: Über diese Möglichkeit hatte ich mit dem Prüfer meines Vertrauens geredet. Dieser meinte, dass es prinzipiell kein Problem sei. Folgende Dinge müssten hierzu erledigt werden:

  • Ich muss eine Rohkarosse eines E46 heranschaffen.
  • In die Rohkarosse wird der Käfig, die Sitze und Gurte verbaut.
  • Der TÜV darf dann alles zerstören und sich anschauen, ob der Käfig mindestens die Anforderungen der Airbags erfüllt.

Also alles kein Problem, nur halt ein wenig teuer… Und was ist, wenn der Käfig dann schlechter als die Airbags ist? Dann hat man alles zerstört und kann den Test nicht einfach nochmal mit ein paar Modifikationen wiederholen. Im Endeffekt also nicht leistbar… 🙁

Ich hoffe ihr könnt nun etwas nachvollziehen, wieso ich mich vorerst nur für den Überrollbügel entschieden habe. Im Prinzip kann man noch etwas mit der Zulassung des Autos im Ausland tricksen, welches aber auch immens viel Aufwand ist und im Endeffekt nicht ganz koscher.
Vielleicht finde ich ja irgendwann noch ein Schlupfloch und lasse dann den Bügel zu einem Käfig erweitern 😉