Überrollbügel & ActionCam

Nach einer kleinen Pause mit den ganzen Umbauten war es nun endlich an der Zeit den Überrollbügel zu montieren. Immerhin wollte ich Anfang Juli nochmal über die Nordschleife heizen. So kümmerte ich mich dann im Juni 2016 um den Überrollbügel. Ich kann es schon mal vorweg nehmen, dass dies mehr Arbeit war als gedacht…

Folgende Hersteller standen für mich zur Auswahl:

  • Wiechers
  • Heigo
  • Pleie

Von Wiechers und Heigo hatte ich durch Bekannte nur Gutes gehört. Wobei Heigo wohl extrem passgenau sein soll, Wiechers dagegen eine schönere Lackierung haben soll. Zu Pleie hatte ich keine Erfahrungen, weshalb Pleie in der ersten Entscheidung rausflog.

Mir war die Lackierung nun relativ egal und Passgenauigkeit stimmt sowieso bei solchen Bügeln nicht immer zu 100%. Wiechers und Heigo sind beides etablierte Marken auf dem Markt, weshalb ich schlussendlich den Preis entscheiden ließ. Von Wiechers bekam ich das bessere Angebot, weshalb ich hier bestellte.

Es sollte ein schwarz lackierter Schraubbügel mit Kreuz und H-Strebe sein. Die Lieferzeit war das einzige Problem, da sie 12 Wochen betrug. Den Bügel hatte ich Mitte Februar bestellt und etwas vor den 12 Wochen (Anfang Juni) kam dann mittels Spedition ein schönes großes Paket an:

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Der noch eingepackte Überrollbügel (schwarz) und rechts daneben zusätzliche Polsterung.

Zuerst nochmal zur Theorie, was bringt so ein Überrollbügel?
Wie der Name schon sagt, schützt er die Insassen vor dem Eindrücken des Daches bei einem Überschlag. Hierzu stützt der Überrollbügel die hintere Partie des Daches ab, indem er hauptsächlich die B-Säule stützt, und lässt den Insassen hoffentlich genügend Raum zum überleben.
Die nächste Stufe für die Sicherheit wäre ein Überrollkäfig. Dieser geht vor bis zur A-Säule und stützt diese zusätzlich ab. Zusätzlich kann hier noch ein Flankenschutz verbaut werden (auf ca. 1/3 Höhe zwischen A- und B-Säule), der die Insassen bei einem Seitenaufprall schützt. Warum habe ich mir nun keinen Käfig verbaut? Nun ja, der Käfig würde oben von der B-Säule zur A-Säule verlaufen und dort zum Fahrzeugboden gehen. Hier sitzt aber leider der Kopfairbag beim BMW E46. Der TÜV hier in Hessen trägt einem leider keine Airbags mehr aus bzw. man muss dazu nachweisen, dass der Käfig sicherer als die Airbags wären (Diskussion zur Austragung von Airbags). Für den Flankenschutz wäre dann zusätzlich noch der Seitenairbag im Weg… Hier in Hessen eine fast unlösbare Aufgabe. Aus diesem Grund entschloss ich mich zuerst nur einen Überrollbügel zu verbauen. Mal schauen, was mir in ein paar Jahren hierzu noch einfällt 😉
Zur Vollständigkeit sei natürlich noch die Sicherheitszelle erwähnt. Hier wird in die Rohkarosse des Autos eine individuelle Zelle eingeschweißt. Fragt mich jetzt nicht, wie dies mit dem TÜV aussieht, prinzipiell hat man erstmal dieselben Probleme wie mit dem Überrollkäfig. Positiv ist allerdings hervorzuheben, dass durch das individuelle Verschweißen mit der Karosse nicht nur die Sicherheit bei einem Aufprall immens steigt, sondern auch die Steifigkeit des Autos generell erhöht wird. Meine persönliche Meinung ist, dass eine Einschweißzelle bei Autos, die einzig für den Motorsport genutzt werden unabdingbar ist, aber bei meinem Projekt übertrieben wäre.

Und jetzt der Einbau:

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In jedem Fall sollte der Bügel VOR dem Einbau einmal außerhalb des Autos probemontiert werden! Bei Wiechers war nur eine spärliche Einbauanleitung dabei, weshalb nicht auf Anhieb klar war, welche Verstrebung auf die hinteren Radkästen nach links und welche nach rechts kommt. Das hat natürlich einen erheblichen Einfluss auf die Passgenauigkeit und die Löcher, die später im Wagen gebohrt werden müssen. Mit etwas logischem Verstand und etwas ausprobieren ist es jedoch eindeutig. Irgendwann passt dann auch das hintere Kreuz 😉 Ein wenig Kraft ist jedoch immer notwendig.
Wenn man diese Schritte vorher nicht macht, kann es sein, dass der Bügel im Auto falsch zusammengesetzt wird und man sich dann wundert, warum es nicht passt. Das wäre extrem anstrengend und nicht zu empfehlen.

 

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Ganz wichtig sind die Unterlegbleche für den Bügel! Ich kann jetzt hier nur für meinen Bügel von Wiechers beschreiben, was alles verbaut werden muss. Aber generell gilt, wenn Bleche mitgeliefert wurden, sind diese auch ohne wenn und aber zu verbauen! Die Bleche kommen direkt ins Auto unter den Bügel. Von unten am Auto kommt dann nochmal ein Blech dagegen. Warum? Na ja, wenn ihr wirklich einen Überschlag habt, dann verteilt sich die Kraft vom Bügel durch die Bleche auf eine größere Fläche. Ohne diese Bleche ist die Gefahr sehr groß, dass das normale Bodenblech des Autos einfach ausreißt und euch der Bügel nach unten weggedrückt wird. Dann verliert er nicht nur seine Wirkung, sondern kann euch im schlimmsten Fall eher schaden. Deshalb immer Bleche verbauen!!!!
Beim Wiechers-Bügel waren zwei dicke Bleche zum selbst bohren für die Innenseite und den Bügel dabei (siehe Bild), zwei vorgebohrte Bleche für die Unterseite und vier große Unterlegscheiben für die Radkästen.
Am besten zuerst den Bügel im Auto zusammenbauen, die dicken Bleche unterlegen und dann die Bohrlöcher anzeichnen. Sich danach einen guten (!) Stahlbohrer kaufen und langsam und mit wenig Drehzahl bohren. Bei mir mussten 8er-Löcher gebohrt werden, damit die mitgelieferten Schrauben durchpassen. Ich habe es mir etwas einfacher gemacht und alle Löcher zuerst mit einem 4er Bohrer vorgebohrt und dann mit dem 8er Bohrer nachgebohrt.

 

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Hier sieht man dann auch das bereits von Wiechers vorgebohrte kleinere Blech für den Fahrzeugboden. Passt perfekt mit meinen selbst gebohrten Löchern.

 

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Dann heißt es im Auto die Löcher bohren. Den im Auto zusammengesetzten Bügel anhalten, die Löcher markieren und dann wie bei den Verstärkungsblechen zuerst mit einem 4er und danach mit einem 8er Bohrer bohren. Ich hatte den Bügel noch nicht in sich verschraubt, sondern lediglich die Schrauben im Bügel mit den Muttern gesichert, so hat der Bügel selbst nochmal etwas Spiel und kann später noch etwas korrigiert werden. Ich habe immer wieder nach jedem Loch geschaut, dass ich nicht versetzt bohre. Ein wenig Spiel wird immer sein, aber wenn ein Loch grob falsch gesetzt wird, hat man später Probleme beim Verschrauben. Das Bohren im Auto hat mich nicht nur extrem viel Schweiß, sondern auch viel Zeit gekostet… Aber einmal richtig gemacht, ist das Verschrauben kein Problem mehr.

 

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Danach müssen natürlich unbedingt die Löcher wieder versiegelt werden. Ansonsten breitet sich hier sehr schnell der Rost am blanken Metall aus!
Ich habe die Löcher dafür mit Grundierung/Rostschutz behandelt (siehe Bild) und dann später noch mit Unterbodenschutz versiegelt.

 

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Und zuletzt nur noch zusammenschrauben 😉 Auf dem Bild sieht man den verschraubten Hauptbügel mit der ebenfalls grundierten und versiegelten Verstärkungsplatte im Innenraum. Wichtig ist, dass zuerst der Hauptbügel verschraubt wird und danach die hinteren Radkästen. Und hier gilt nicht eine Seite komplett anziehen, bevor man sich der anderen Seite widmet. Am besten die Seiten parallel oder im mehrfachen Wechsel anziehen.

 

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So sieht die Verschraubung des Hauptbügels dann von unten aus. Hier sieht man die grundierte und versiegelte Gegenplatte. Nach der Abnahme durch den TÜV sollten die äußeren Stellen, also das hier auf dem Bild, noch gut mit Unterbodenschutz verseigelt werden.

 

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Und hier der eingebaute Bügel von der Seite.

 

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Von vorne.

 

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Und von hinten.

 

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Wichtig, die Abschaumung nicht vergessen! Ich hatte es natürlich zuerst vergessen, weshalb der TÜV mir zurecht den Bügel nicht eintragen wollte. Nachdem ich den Bügel abgeschaumt hatte (Begründung in diesem Post) und die Schrauben am Bügel selbst mit Plastikkappen abgedeckt hatte, wurde mir der Bügel auch eingetragen.

 

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Zuletzt habe ich dann noch meine ActionCam an dem Bügel verschraubt. Bin schon gespannt wie die Aufnahmen sind 😉