Schiebedach entfernen I

Leider hatte mein BMW in seiner Ausstattung auch ein elektrisches Schiebedach verbaut.

Ein Schiebedach ist zwar ganz schön, wenn man bei schönem Wetter durch die Stadt fährt, jedoch überflüssig für ein Ringtool. Das Schiebedach mit Schiebedachkasten wiegt ca. 15 kg und dies am höchsten Punkt des Wagens. Wer von euch schon mal einen Physikkurs besucht hat weiß, dass sich dies negativ auf den Schwerpunkt auswirkt. Demnach stand der Entschluß fest, dass das Schiebedach weichen musste.

Wenn man nun das Schiebedach ausbaut, ensteht dadurch natürlich eine Lücke, die wieder gefüllt werden muss. Hierfür kann man sich eine teure Carbon-Platte zurechtschneiden lassen oder einfach etwas im Netz suchen und einen Anbieter finden, der „passgenaue“ GfK-Lösungen anbietet und das sogar noch mit Materialgutachten. Perfekt!

Wie im Beitragsbild zu sehen musste hierfür zuerst im März 2016 der Dachhimmel weichen. Der Dachhimmel ist eigentlich nur an allen möglichen Ecken und Enden in die sonstigen Verkleidungsstücke geklippt. Zudem ist er noch am Schiebedach selbst durch eine Art Gummilippe mit dem Schiebedachkasten verbunden. Diese Gummilippe kann mit etwas Kraft abgezogen werden. Dann einfach alles drumherum ausbauen und den Dachhimmel vorsichtig abziehen. Die Betonung liegt auf VORSICHTIG! Fragt mich jetzt nicht aus welchem Material der Dachhimmel genau besteht, es bricht jedenfalls sehr sehr leicht. Dann ist es noch eine Kunst den Dachhimmel in einem Stück aus dem Auto zu puzzeln. Ich würde hier immer zu zweit arbeiten und mir Zeit lassen. Nach ein paar Minuten hatte es dann bei mir geklappt:

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Der ausgebaute Dachhimmel.

 

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Und nochmal der Schiebedachkasten. Dieser muss natürlich auch noch ausgebaut werden, hier liegt ja das eigentliche Gewicht. Da das Auto aber vorerst noch trocken bleiben soll, bleibt der Kasten erstmal drin. Kurz bevor ich die GfK-Platte einklebe, fliegt der Schiebedachkasten natürlich raus (siehe hier).

 

Wie schon erwähnt, hatte ich mir ein GfK-Teil (mit Materialgutachten) anfertigen lassen, welches genau in die entstandene Lücke passen sollte. Wichtig ist hierbei, dass es auch ein Gutachten hat, da ansonsten der TÜV Probleme machen könnte. So ein Teil muss ja auch splittergeschützt, etc. sein (Bla Bla 😉 ).

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Links das GfK-Teil von oben; rechts von unten mit der Materialgutachtennummer.

 

Das GfK-Teil sollte nun etwas angepasst werden und kann theoretisch direkt in die entstandene Lücke an die Dachhaut geklebt (am besten mit Sikaflex) werden (siehe hier). Ich wollte das Teil jedoch zuerst lackieren und dann einkleben. Der Lack sollte dabei als eine Art Schutz dienen. Später wird das komplette Dach sowieso noch foliert. Außerdem hatte ich schon immer mal Lust selbst zu lackieren (habe ich bislang noch nicht wirklich gemacht).

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Na ja, was heißt hier lackieren… Ich habe natürlich keine Lackiererausrüstung zu Hause, weshalb ich mich an den Spraydosen versucht habe. Wie gesagt, das Dach wird später sowieso foliert und ich wollte es einfach mal ausprobieren.
Was brauche ich prinzipiell alles zum Lackieren: Grundierung (ganz links), den eigentlichen Lack (bei mir schwarz matt in der Mitte) und am besten noch zur Versiegelung einen Klarlack (wegen der schwarz matten Farbe bei mir ein matter Klarlack rechts). Es streiten sich die Geister, ob man wirklich noch einen Klarlack braucht… Da ich wenig Erfahrung damit habe, habe ich ihn einfach mit dazu genommen 😉

 

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Als erstes sollten Unebenheiten im GfK gespachtelt werden. Bei meinem Teil waren es minimale Unebenheiten, die sich einfach nicht gelohnt haben zu spachteln. Deshalb habe ich diesen Schritt ausgelassen. Das Dach sieht man ja sowieso relativ selten 😉
Auf jeden Fall muss das GfK aber zuerst angeschliffen werden. Auf dem Bild mit Nassschleifpapier.

 

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Danach kann es grundiert werden. Einfach die Grundierung aufsprühen und antrocknen lassen (bei mir ca. 2 Stunden).

 

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Die Grundierung muss dann wiederum mit Nassschleifpapier geschliffen werden. Nun kann man entweder eine zweite Schicht Grundierung auftragen (habe ich gemacht) oder direkt die Farbe aufsprühen.

 

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Nach einer zweiten Grundierung habe ich die schwarz matte Farbe aufgesprüht. Die Farbe muss wieder ca. 2 Stunden (je nach Umgebungstemperatur und Verhältnissen) antrocknen. Danach bitte bloß nicht die Farbe anschleifen… Diesen Schritt können wir uns nun sparen 😉 Es kann allerdings wieder bei Bedarf eine zweite Lackschicht aufgetragen werden.

 

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Und zuletzt dann noch den Klarlack als Schutz auftragen. Wieder kann dies durch eine zweite Schicht erweitert werden.

 

Im Prinzip ist mir die Lackierarbeit sehr gleichmäßig gelungen (sieht man nur schwer auf dem Bild wegen den Lichtverhältnissen). Ich bin jedenfalls durchweg mit meiner Leistung zufrieden und kann die gemachten Erfahrungen beim späteren lackieren der Felgen verwenden.

 

Wie geht’s weiter:
In einem zweiten Post (Schiebedach entfernen II) werde ich euch dann beschreiben, wie ich das GfK-Teil eingeklebt habe.