Bremsschläuche und Bremsflüssigkeit

Um auch länger auf einer Rennstrecke bestehen zu können, müssen unbedingt die Bremsen angepasst werden.

Als erste relativ einfach aber wirkungsvolle Maßnahme kann man die normalen Gummi-Bremsschläuche gegen Stahlflexleitungen austauschen. Diese sind PTFE-Schläuche (Teflon), die mit einem Gewebe aus rostfreiem Chromnickelstahl ummantelt sind.

Die Hauptvorteile von Stahlflexleitungen sind:

  • verbesserter Druckpunkt (Edelstahlgewebe verhindert eine Ausdehnung)
  • erhöhte Lebensdauer
  • Bremsflüssigkeit nimmt weniger Wasser auf

In Kombination mit einer Hochleitstungsbremsflüssigkeit, die einen möglichst hohen Siedepunkt hat, kann eine Standardbremsanlage vorerst deutlich verbessert werden.

Im Prinzip werden auf der Rennstrecke viele Vollbremsungen hintereinander getätigt. Die Bremse hat also wenig Zeit sich zu erholen und abzukühlen. Das Resultat kann sogenanntes „Fading“ sein, welches ein Nachlassen der Bremswirkung  durch Erwärmung der Bremse beschreibt. Mittels Stahlflexleitungen und einer Hochleistungsbremsflüssigkeit kann dieser Effekt bis zu einem gewissen Grad eingedämmt werden.

Die nächste Stufe wären dann Sportbremsscheiben und -Beläge zu verbauen. Als letzter Verbesserungsschritt würde sich eine komplette Sportbremsanlage mit Mehrkolbensätteln anbieten.

Da bei meinem BMW die Bremsen rundum noch relativ neu waren, entschloss ich mich dafür vorerst nur auf Stahlflexleitungen und eine Hochleistungsbremsflüssigkeit umzurüsten. Andere Scheiben und Beläge folgen dann im nächsten Jahr.

Im August 2015 entschied ich mich dann für Goodrige Stahlflexleitungen und für die ATE Typ 200 Bremsflüssigkeit (siehe erstes Bild in dem Post).

Leider habe ich kein Bremsflüssigkeitswechsel- und Entlüftungsgerät, weshalb ich wieder bei meinem befreundeten Kfz-Mechaniker vorbei schaute. Natürlich kann man die Bremsflüssigkeit auch ohne Gerät wechseln und sich zum entlüften „selbst etwas basteln“, dies ist mir jedoch alles etwas zu heikel, wenn es auch besser geht 😉

Mit einem geeigneten Gerät ist der Wechsel dann auch ganz einfach:

  • Alte Bremsflüssigkeit absaugen.
  • Alte Bremsschläuche abmontieren und neue draufmontieren.
    Hier ist zu beachten, dass die Halterungen der Verbindung zwischen Bremsleitung und Bremsschlauch sehr diffizil sind und gerne mal abbrechen. Das kann sehr teuer werden, da die Halterungen nicht einfach mal ausgetauscht werden können. Deshalb hier sehr vorsichtig und sauber arbeiten (siehe Bild, hier allerdings schon mit dem neuen Schlauch; man sieht jedoch sehr schön, dass die Halterung nicht sehr stabil ist).
    Bei mir waren die Verbindungen teilweise festgegammelt. Dann empfiehlt es sich mit genügend Kriechöl/Rostlöser und Wärme, z.B. durch einen Heißluftföhn, zu arbeiten. Irgendwann klappt es dann.
    Beim hinteren Schlauch sind die Klammern, die den Schlauch in der Mitte fixieren etwas fummelig. Aber mit einem Schraubenzieher, einer Zange und etwas Geduld klappt das dann auch.

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  • Danach die neue Bremsflüssigkeit über das Gerät einfüllen.
  • Nun ist es wichtig, dass alle vier Bremsen entlüftet werden. Ist noch Luft im System, tritt man bei der nächsten Bremsung ins leere, da anstatt der Bremsflüssigkeit Luft komprimiert/bewegt wird.
  • Beim Entlüften fängt man immer mit der Bremse an, die am weitesten von dem Bremsflüssigkeitsbehälter (im Motorraum) entfernt ist. Ist dieser Behälter vorne rechts, fängt man mit der Bremse links hinten an und arbeitet sich von rechts hinten nach links vorne und rechts vorne durch. Es wird solange entlüftet, bis Reste der alten Flüssigkeit abgetropft sind und keine Bläschen mehr herausblubbern.
  • Daran denken, nach jeder Entlüftung ggf. Bremsflüssigkeit in den Behälter nachzufüllen, nicht dass wieder Luft von vorne gezogen wird.

Beim BMW E46 befinden sich ca. 1 Liter Bremsflüssigkeit im System. Da man aber nicht immer genau abschätzen kann, wann die alte Bremsflüssigkeit heraus ist und die neue beginnt, empfiehlt es sich immer einen Liter als Reserve beim Wechsel dabei zu haben.

Einmal fertig gewechselt sieht das Ganze dann an der Vorderachse so aus:

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Hier der verbaute Stahlflexschlauch mit der Hochleistungsbremsflüssigkeit (die man auf dem Bild natürlich nicht sieht…).