Motorlager erneuern

Im vorherigen Beitrag „Vordere Querlenker“ hatte ich bereits angemerkt, dass ich zum knacken der Schrauben des Kugelgelenks die Motorlager demontieren musste. Natürlich habe ich mir dann auch gleich komplett neue Lager eingebaut, wenn man schon mal dabei ist.

Ein Motorlager ist sozusagen die Verbindung des Motors zur Karosserie. Das Lager verhindert, dass der Motor direkt auf der Karosserie liegt und fängt die Erschütterungen und Bewegungen des Motors ab. Natürlich gibt es auch wieder verstärkte Motorlager aus dem Rennsportregal. Ich hatte mich allerdings für namhafte Standardlager entschieden, da man verstärkte Motorlager wirklich nur im reinen Motorsport benötigt (meine Meinung). Verstärkte Lager (egal wo) geben natürlich immer mehr Energie an die jeweiligen Bauteile bzw. Karosserie ab. Dies ist bei relativ schwach bemessenen Teilen dann eher kontraproduktiv. Ich wollte nun nicht meine Achse komplett mit Blechen verstärken, um mir verstärkte Motorlager einbauen zu können. Der Effekt wäre mir zu gering gewesen.

Verstärkte Lager z.B. am Querlenker sind wieder anders zu bewerten. Hier befinden wir uns wirklich am Fahrwerk und gelenkten Teilen. Das Lager hat hier eine sehr große Wirkung auf das Fahrverhalten im Gegensatz zu einem Motorlager. Natürlich sind verstärkte Motorlager bei Lastwechseln besser, aber wie gesagt, der Effekt ist eher gering.

 

Um an die Motorlager zu kommen, müssen pro Lager eine Schraube von oben durch den Motorraum und eine Schraube von unten gelöst werden. Am besten man baut einiges vorher im Motorraum ab:

  • Den Luftfilterkasten, um auf der Fahrerseite mehr Spielraum zu haben.
  • Von unten dann wieder den Unterbodenschutz und die untere Versteifung.
  • Weiterhin solltet ihr noch von oben und unten die Abdeckung des Lüfters lösen (auf dem Bild das runde Plastikding vorne links). Ganz Abbauen braucht ihr es nicht, sondern nur lösen. Dadurch kann beim späteren Motoranheben der Lüfter frei nach oben gezogen werden.
  • Zuletzt sollten noch die Zündkerzenstecker gezogen werden, da diese ansonsten beim Anheben des Motors auf Spannung sind. Wie das geht habe ich bereits in diesem Beitrag erläutert (Link).
  • Ggf. die Domstrebe, da ihr ja den Motor später anhebt. Bei mir war das nicht notwendig, es hatte gerade so gepasst 😉

 

Links ist das Motorlager der Beifahrerseite von oben zu sehen und rechts ist das Motorlager der Fahrerseite ebenfalls von oben zu sehen. Beide Schrauben müssen mittels einer Ratsche, zwei Verlängerungen, einem Gelenk und der richtigen Nuss aufgeschraubt werden.

 

Hier ist das Motorlager der Beifahrerseite von unten zu sehen. Nachdem oben die Schrauben gelöst worden sind, muss auch unten die Schraube (hier nicht zu sehen, über dem Querlenker) gelöst werden. Da das Motorlager auf der Beifahrerseite direkt am Auspuff liegt, hat es noch ein Hitzeschild (halbrundes Ding um das Lager herum aus Stahl). Ohne das Hitzeschild würde das Lager vermutlich einfach wegschmelzen. Das Hitzeschild ist einfach nur auf das Lager gesteckt. Wichtig ist später beim Zusammenbauen es nicht zu vergessen! Auf der Fahrerseite gibt es kein Hitzeschild.

 

Nach dem Lösen der Schrauben ist das eigentliche Problem das Anheben des Motors, damit er nicht mehr auf den Lagern liegt. Ich habe hierfür eine Motorbrücke, mit welcher der Motor direkt angehoben werden kann. Hierbei wird der Motor idealerweise mittels Kettendurch durch die beiden Aufhängungen (an den Motorlagern) mit den Gewindeschrauben der Motorbrücke befestigt. Danach kann durch die Gewindeschrauben der Motor angehoben werden. Wer einen Motorkran besitzt, kann natürlich auch diesen benutzen. Wer keines von beidem besitzt, kann den Motor auch vorsichtig von unten mit einem Wagenheber anheben. Hierzu den Wagenheber unter der Ölwanne mittig zentrieren, ein Holz unterlegen und den Motor an der Wanne hochheben. Ich habe immer zur Sicherheit noch einen Wagenheber unter der Ölwanne, falls aus irgendeinem Grund die Motorbrücke versagen sollte…

 

Ist der Motor nun angehoben, kann einfach das alte Lager von unten entfernt werden. Auf dem Bild seht ihr links das neue und rechts das alte Lager.
Beim Einsetzen des Lager müsst ihr nur darauf achten, dass die kleine Nase neben dem Gewinde wieder korrekt in die Auflage an der Karosserie einrastet. Dann sitzt das Lager richtig.

 

Hier seht ihr bereits das neue Lager auf der Fahrerseite. Nachdem beide Lager richtig sitzen, muss der Motor wieder langsam abgesenkt werden. Auf dem Bild ist der Motor noch hochgebockt.

 

Auf dem Bild ist das fertig eingebaute Lager auf der Beifahrerseite von unten zu sehen. Wichtig ist hier das Hitzeschild!
Sitzt der Motor dann wieder korrekt auf den Lagern, dann einfach die Schrauben wieder anziehen und alle abgebauten Anbauteile des Motors wieder anbauen. Und fertig 😉